Globale Experten treffen sich in Washington zu Diskussionen über die Zukunft der nachhaltigen Finanzwirtschaft

High-level plenary: Science-policy exchange – big ideas to connect landscapes, climate and development, at the 2015 Global Landscapes Forum in Paris. GLF/Pilar Valbuena
Gregory McGann
26 Juli 2018

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WASHINGTON (Landscape News) – Mehr als 250 Finanzexperten, Politiker und Umweltschützer werden sich nächsten Monat in Washington treffen, um über die Finanzierung der Sanierung von weltweit mehr als 2 Milliarden Hektar degradiertem Boden, also einer Fläche größer als Südafrika, zu sprechen.

Die Kosten der Bodendegradation für die Weltwirtschaft werden auf jährlich 2 bis 4,5 Billionen US-Dollar geschätzt, während sich der ökonomische Nutzen der Sanierungsbemühungen laut einem 2017 in den Environmental Research Letters veröffentlichten Forschungspapier und Statistiken des Weltressourceninstituts auf geschätzte 84 Milliarden US-Dollar pro Jahr beläuft.

Jedes Jahr werden mindestens 7 Millionen Hektar tropische Waldlandschaften gerodet und degradiert, was die Lebensgrundlagen der betroffenen Bevölkerungen, die Artenvielfalt und die Ernährungssicherheit gefährdet und zum Klimawandel, der Verschärfung von Konflikten und einer verstärkten Migration beiträgt.

Die Teilnehmer des von der Weltbank ausgerichteten dritten jährlichen “Global Landscapes Forum (GLF) Investment Case Symposium: Building the Investment Case for Sustainable Landscapes and Restoration“ werden das in Millionen Hektar degradierten Bodens enthaltene Investitionspotenzial untersuchen.

„Wir wollen zeigen, dass das Finanzsystem davon profitieren kann, wenn es die Ziele für nachhaltige Entwicklung berücksichtigt“, sagte Robert Nasi, Generaldirektor des Center for International Forestry Research (CIFOR). „Grüne Investitionen sollten dreifach profitabel sein, also nicht nur wirtschaftlichen Gewinn, sondern auch sozialen und ökologischen Nutzen bringen.“

Investitionsvehikel mit Mechanismen zur Begrenzung der Tendenz zu Misswirtschaft und Bodendegradation gibt es bereits, darunter „grüne Anleihen“, Anlageklasseninvestitionen, gemischte öffentlich-private philanthropische Finanzierungen und Fintech, die Anwendung von Technologien zur Verbesserung der wirtschaftlichen Effizienz.

Anhand realer Gewinn- und Verlustfälle werden Experten des GLF, das gemeinsam von CIFOR, dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen und der Weltbank koordiniert wird, erörtern, wie man von Investitionen in die Landschaftsrestaurierung, die der Degradation entgegenwirken und die Aufforstung fördern, profitieren kann. Zu diesem Zweck werden konkrete Projekte vorgestellt, die zeigen, wie Firmen und Kommunen Businesspläne zur Unterstützung ökologisch nachhaltiger und sozial verantwortlicher ressourcenbasierter und landwirtschaftlicher Unternehmen erstellen.

In einem „Dragons’ Den“-Wettbewerb werden Unternehmer den Top-Investoren investitionsfertige Projekte im Bereich der Landschaftspflege oder -sanierung im Wert von bis zu 250 Millionen Dollar zum Feedback präsentieren. Die Diskussionsforen werden sich auf verschiedene Szenarien konzentrieren, in denen Investoren, Unternehmen und Landnutzer wirtschaftlich tragfähige Projekte entwickelt haben.

An zwei früheren Investment-Case-Foren nahmen Experten aus der Finanzdienstleistungsbranche, dem Unternehmensbereich, der akademischen Welt, indigenen Gemeinschaften, Nichtregierungsorganisationen, Regierungen und Privatbanken teil.

So bekommen Delegierte führender Handels- und Investmentbanken die Möglichkeit, sich mit Regierungspolitikern, kleinen Landbesitzern, Nichtregierungsorganisationen und Philanthropen auszutauschen.

Die Ideen der Konferenz, die in den Einrichtungen der Weltbank in Washington, D.C. stattfinden wird, werden durch die Ziele des GLF gestützt, zu denen die Erreichung rascherer Fortschritte hinsichtlich der Emissionsminderungsziele des Pariser Klimavertrags von 2015 sowie der UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs), der Ziele der Bonn Challenge und der AFR100-Sanierungsziele gehören.

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